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WARUM HAT DER UKRAINISCHE BOTSCHAFTER ALARMIERT?

Am 21.Oktober verhandelt der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages über Petition zur Anerkennung des Holodomor von 1932-1933 als Akt des Völkermords.

UNSER KOMMENTAR

Im Mai dieses Jahres haben fast 73.000 Menschen eine auf der Website des Deutschen Bundestages veröffentlichte Online-Petition unterzeichnet, um den Holodomor in der Ukraine als Völkermord an dem ukrainischen Volk in den Jahren 1932-1933 anzuerkennen. Ukrainische Aktivisten in Deutschland und im Ausland verbreiteten online Fragebögen, um Unterschriften zur Unterstützung der Petition zu sammeln. Es bedurfte 50.000 Unterschriften, aber mehr als 73.000 Menschen unterstützten die Petition. In Bayern beispielsweise wurde diese Aktivität von der ukrainischen Aktivistin Natalia Tkachuk und dem deutschen Geschichtsprofessor Gerhard Simon durchgeführt.

Um eine positive Entscheidung zu treffen, waren natürlich nicht nur die Stimmen des Komitees für die Petition, sondern auch die wichtigen historischen Argumente erforderlich. Sie sollten von der bilateralen Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission zur Verfügung gestellt werden. Eine solche Kommission existierte mehrere Jahre lang. Das Ergebnis seiner Arbeit ist Null. Und wie der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, sagte: „Wir sind nicht nur nicht zufrieden, sondern auch enttäuscht über die so genannte Arbeit dieser Kommission in den letzten vier Jahren“

Andrij Melnyk hat kürzlich München besucht. Hier hatte er ein Sondertreffen mit dem Ko-Vorsitzenden der Kommission von deutscher Seite, Professor Martin Schulze Wessel. Der ukrainische Botschafter in Deutschland äußerte seine Enttäuschung über die Arbeit der Kommission in Direktform. Er sagte, es sei schwierig, diese Institution eine deutsch-ukrainische Historische Kommission zu nennen, wenn man die Ergebnisse der Arbeit der Kommission bedenke.

Wenn der Holodomor rechtlich anerkannt wird, wird die Ukraine nach Angaben des Bundestages moralische und materielle Kompensation verlangen. Sie irren sich, weil der ukrainische Staat sich ein solches Ziel nicht setzt. Es ist eine Frage der historischen Gerechtigkeit und der Ehre des Gedenkens an „das Andenken an Millionen von Opfern“.

Foto: @MelnykAndrij