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Ukrainischer Weltkongress beginnt Holodomor-Aufklärungskampagne in Deutschland

UkrainianWorldCongress: Der Ukrainische Weltkongress (UWC) startet in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Ukraine in Deutschland und der ukrainischen Gemeinde in Deutschland eine Reihe von Initiativen, die dazu beitragen sollen, das Bewusstsein für den Holodomor bei deutschen Politikern, Wissenschaftlern und der Zivilgesellschaft zu stärken. Ziel der Holodomor-Aufklärungskampagne ist es, dass der Deutsche Bundestag den Holodomor als einen Akt des Völkermords an der ukrainischen Bevölkerung anerkennt.

Anfang des Jahres erhielt eine Petition, die mit überwältigender Unterstützung der ukrainischen Diaspora die Anerkennung des Holodomor durch Deutschland forderte, die erforderlichen 50.000 Unterschriften und wurde anschließend vom Petitionsausschuss des Bundestages zur Überprüfung und weiteren Empfehlungen vorgelegt.

Die Petentin Natalija Reifenstein-Tkachuk hatte in ihrer Petition gefordert, der Bundestag möge beschließen, „dass der Holodomor in der Ukraine in den Jahren 1932/1933 ein Genozid an dem ukrainischen Volk, verursacht durch sowjetische Regime unter der Führung von Stalin, ist“. In der Eingabe heißt es, das Wort Holodomor setze sich aus den ukrainischen Wörtern Holod und Moryty zusammen, die für Hunger und für Tötung/Vernichtung stünden. Es gehe dabei nicht um eine „gewöhnliche Hungersnot“, verursacht durch Missernten, Wetterkatastrophen oder ähnliches. Vielmehr handele es sich um ein Verbrechen – „um eine künstliche, organisierte Hungersnot, die zig Millionen ukrainische Menschenleben gekostet und eine Nation von Landwirten dem Hungertod ausgesetzt hat“.

Die Holodomor Awareness Campaign wird vom UWC koordiniert und bringt wichtige ukrainische Interessengruppen zusammen, darunter den Botschafter der Ukraine in Deutschland, S.E. Andriy Melnyk, die Botschaft der Ukraine in Deutschland, den Verband der ukrainischen Organisationen in Deutschland und andere wichtige ukrainische Organisationen und Mitglieder der Gemeinschaft. Die Kampagne wird ein breites Spektrum von religiösen Führern, Politikern, Wissenschaftlern und Vertretern der Zivilgesellschaft umfassen. Zu den verschiedenen Initiativen gehören Konferenzen, Medienarbeit, digitale Präsentation von Überlebenszeugnissen, Filmvorführungen, Social-Media-Kampagnen, Briefings mit politischen Entscheidungsträgern und Gedenkveranstaltungen, um die Geschichte des Holodomor zu erzählen.“

Unter dem Motto „Ukraine erinnert sich – die Welt erkennt es an“, sagte UWC-Vizepräsident und Vorsitzender des UWC International Holodomor Awareness and Recognition Committee Stefan Romaniw.