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„Anerkennung des Holodomor 1932-1933 in der Ukraine“ wurde im Bundestag über die Petition diskutiert

Ukr.lb: Am 21.Oktober verhandelt der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages über Petition zur Anerkennung des Holodomor von 1932-1933 als Akt des Völkermords. Dies wurde von Ukrinform berichtet.

Für die Ukraine bedeutet die Anerkennung des Holodomor, die Opfer des Stalinismus zu ehren

Laut den Ergebnissen der Diskussion kamen die Abgeordneten zu dem Schluss, dass die Regierung nicht bereit ist, diese Tatsache auf rechtlicher Ebene anzuerkennen, aber auf politischer Ebene hat sie die Tatsache des Verbrechens zugegeben. Die Abgeordneten werden sich weiterhin mit diesem Thema befassen.

Einer der Organisatoren der Signatursammlung, die ukrainische Aktivistin aus München, Nataliya Tkachuk, und der Geschichtsprofessor Gerhard Simon, sagten, dass viele Parlamentarier bereits ihre Bereitschaft erklärt hätten, Holodomor anzuerkennen. Gerhard Simon betonte auch, dass die Absicht der Ukraine, den Holodomor von der deutschen Regierung anzuerkennen, keine Kompensationsbereitschaft ist, sondern nur ein Versuch, das Andenken an die Opfer des Stalinismus zu ehren.

Diese Argumente schienen für den deutschen Außenminister Michael Roth nicht überzeugend zu sein: „Natürlich wird es danach (Anerkennung) Kompensationsansprüche geben…. Die Anerkennung ist keine abstrakte Erinnerung an die Opfer, sie bedeutet Verantwortung“, sagte der Diplomat.

Roth betonte, dass politische Anerkennung und rechtliche Anerkennung verschiedene Dinge sind, und erinnerte daran, dass die Regierung Holodomor politisch kritisiert hat, aber rechtlich gesehen kann es nicht als Völkermord anerkannt werden.

Gleichzeitig bedankte sich der Diplomat für die Initiative, die es den Deutschen, die nichts davon wussten, ermöglichen wird, von „einer weiteren Tatsache schrecklicher Verbrechen“ gegen die Menschlichkeit zu erfahren. Er versicherte auch, dass Berlin die Ukraine dabei unterstützt, die Wahrheit mehr Menschen zugänglich zu machen.

Die Position der ukrainischen Botschaft

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, sagte, dass alle notwendigen Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, dass die Mitglieder des Petitionsausschusses und die Mitglieder des Bundestages vollständig über den Holodomor und die Bedeutung seiner Anerkennung bei Deutschland informiert werden. Anfang 2020 werden die Mitglieder des Ausschusses in die Ukraine reisen, damit sie fühlen können, wie wichtig dieses Thema für das ukrainische Volk ist.

„Wir sind sicher, dass dieser Besuch auch den Abgeordneten einen Impuls geben wird, die richtige Entscheidung zu treffen“, sagte der Botschafter.

Laut Melnyk ist dies ein historischer Tag, denn zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Parlaments wurden Holodomor-Fragen gründlich und objektiv diskutiert. Es ist schwer zu sagen, was das Ergebnis sein wird, der Entscheidungsprozess wird viele Monate dauern.

Zur Erinnerung: Im Mai dieses Jahres haben mehr als 50.000 Menschen eine auf der Website des Deutschen Bundestages veröffentlichte Online-Petition unterzeichnet, um den Holodomor in der Ukraine als Völkermord an dem ukrainischen Volk in den Jahren 1932-1933 anzuerkennen.

Foto: @BundestagFragen